Indien - Wasserzugang für dürregeplagte Dörfer

Der Bundesstaat Maharashtra in Zentralindien vereint viele Gegensätze: Da sind die Wirtschaftsmetropolen Mumbai und Pune, aber ebenso 70 Millionen Kleinbauern, die auf regelmäßige Niederschläge angewiesen sind. Denn die sind Grundlage ihrer landwirtschaftlichen Arbeit.

Entsprechend schwer traf im Sommer 2016 eine der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten die ländliche Bevölkerung. Rund 330 Millionen Menschen in Indien waren landesweit betroffen. Neben den geringen Niederschlägen der vergangenen Regenzeiten trugen auch eine verfehlte Wasserpolitik und falsch genutzte Grundwasserressourcen zum Problem bei. Viele Kleinbauern waren aufgrund ihrer Ernteausfälle abhängig von Hilfslieferungen. Knorr-Bremse Global Care e. V. entschied sich zur mittelfristigen Problemlösung. In den vier am schlimmsten betroffenen Dörfern der Großstadtregion Miraj – etwa fünf Autostunden vom Knorr-Bremse Standort in Pune entfernt – sollte eine nachhaltige Wasserversorgung entstehen.

Zunächst stillte der langjährige Partner World Vision elementare Bedürfnisse: Mit dem Aufbau von Trinkwasseraufbereitungsanlagen in jedem der vier Dörfer erhielten 1.370 Familien Zugang zu sauberem Wasser. Zum Berichtszeitpunkt konnten dadurch allein 650 Kinder gesünder aufwachsen, da sich das Risiko der Krankheitsübertragung durch verunreinigtes Wasser verringert. Für den nachhaltigen Betrieb der Anlagen spielen die „Gram Panchayats“ – eine Art Dorfrat – die entscheidende Rolle. Sie hatten das Land für die Anlagen im Dorf zur Verfügung gestellt und die Installation übernommen. Künftig werden sie sich um anfallende Reparaturen kümmern.

Darüber hinaus erhielten 100 Kleinbauernfamilien, bei geringfügiger finanzieller Selbstbeteiligung, ein Tröpfchenbewässerungssystem für einen Teil ihrer Felder. Indische Experten schulten die Kleinbauern in der optimalen Bewässerung wechselnder Nutzpflanzen. In fünf neu gegründeten Selbsthilfegruppen können die Farmer ihr Wissen weitergeben und sich gegenseitig bei Instandhaltungsmaßnahmen unterstützen. Diese Maßnahmen ermöglichen den Bauern höhere Ernteerträge und eine ausgewogenere Ernährung, aber auch zusätzliche Einnahmen, die für medizinische Versorgung oder Schulkosten eingesetzt werden können. Der Bauer Nandkumar profitiert vom Bewässerungssystem. Sein 17-jährige Sohn Nishant freut sich über die Zusatzeinnahmen durch den Gemüse- und Blumenverkauf auf dem Markt: „Jetzt kann ich die Schule beenden und danach Ingenieur werden!“

 

 

Indien - Wasserzugang für dürregeplagte Dörfer

Schwerpunktthema: WASH

Projektort: Miraj, Distrikt Singali, Maharashtra, Indien

Erreichte: 8.313 Menschen erhalten Zugang zu sauberem Wasser

Projektierte Kosten: 74.050 EUR

Global Care Projektpate: Julia Thiele-Schürhoff

Partnerorganisationen: World Vision Deutschland e.V., World Vision India

Laufzeit: März 2017 - März 2018

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